Batterie-Lexikon / Glossar B

 

BACS (Battery Analysis & Care System)

BACS ist ein von Generex entwickeltes, intelligentes und netzwerkfähiges Batterieüberwachungs‑ und Managementsystem, das speziell für stationäre Batteriesysteme konzipiert wurde – etwa für USV‑Anlagen, Energieversorgungen, Telekommunikationssysteme oder große Batterieverbünde in Industrie und Infrastruktur. Der Begriff ist ein feststehender Markenname von Generex.

BACS dient dazu, den Zustand jeder einzelnen Batterie in einem Strang präzise zu überwachen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und die Lebensdauer des gesamten Systems zu verlängern.

Zentrale Funktionen

  • Zellüberwachung in Echtzeit
    • Spannung jeder Batterie
    • Temperatur jeder Batterie
    • Innenwiderstand (Impedanz) als Indikator für Alterung und Defekte
  • Überwachung der Umgebungsbedingungen
    • Luftfeuchtigkeit
    • Wasserstoffkonzentration (wichtig zur Erkennung von Gasung)
    • Temperatur im Batterieraum
  • Fehlererkennung und Diagnose
    • Überladung und Unterladung
    • Zellabweichungen innerhalb eines Strangs
    • thermische Auffälligkeiten
    • frühzeitige Erkennung von Batterieausfällen

Aktives Balancing

Eine der wichtigsten Funktionen von BACS ist das automatische Balancing. Dabei wird die Ladespannung jeder einzelnen Batterie individuell geregelt, um:

  • Spannungsabweichungen auszugleichen
  • eine gleichmäßige Ladung im gesamten Strang sicherzustellen
  • Überladung einzelner Batterien zu verhindern
  • die Lebensdauer des gesamten Systems deutlich zu erhöhen

Vorteile von BACS

  • höhere Betriebssicherheit
  • längere Lebensdauer der Batterien
  • geringere Ausfallwahrscheinlichkeit
  • bessere Planbarkeit von Wartung und Austausch
  • vollständige Transparenz über den Batteriezustand
 

BAE (Batterieanschlusseinheit)

Eine BAE – Batterieanschlusseinheit – ist ein elektrisches Schutz‑ und Verbindungselement, das in stationären Batterieanlagen eingesetzt wird. Sie dient als Schnittstelle zwischen Batteriesystem und Verbraucher (z. B. USV‑Anlage, Gleichrichter, DC‑Verteilung) und stellt eine sichere, normgerechte Installation im Gleichstrombereich sicher.

Typischerweise handelt es sich um ein Wandgehäuse oder einen Schaltschrank, der mechanischen Schutz, elektrische Absicherung und Trennmöglichkeiten bietet.

Aufgaben und Funktionen

  • Berührungsschutz & Gehäuse
    • Schutzart meist IP54
    • transparente Abdeckung oder Türgehäuse
    • Schutz vor Staub, Feuchtigkeit und unbeabsichtigtem Kontakt
  • DC‑Leitungsschutz
    • Absicherung gegen Überstrom und Kurzschluss
    • Einsatz von Sicherungslasttrennern oder DC‑Leistungsschaltern
  • Kabeleinführung & Anschlussraum
    • PG‑Verschraubungen (Panzergewinde)
    • Kupferschienen oder Schraubanschlüsse (M8/M10/M12)
    • strukturierte Kabelführung für sichere Installation
  • Lasttrennung
    • manuelle oder automatische Trennung der Batterie vom System
    • wichtig für Wartung, Fehlersituationen und Sicherheit

Einsatzbereiche

  • USV‑Anlagen
  • Telekommunikations‑Energieversorgung
  • Industrie‑Batteriesysteme
  • Energiespeicheranlagen
  • DC‑Verteilungen
 

Batterie

Eine Batterie ist ein elektrochemischer Energiespeicher, der chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. Sie besteht aus einer oder mehreren galvanischen Zellen, die jeweils aus:

  • Anode
  • Kathode
  • Elektrolyt

bestehen. Beim Entladen laufen chemische Reaktionen ab, die Elektronenfluss erzeugen.

Batterietypen

Primärbatterien (nicht wiederaufladbar)

  • Alkali‑Mangan
  • Zink‑Kohle
  • Lithium‑Primärsysteme
  • Einsatz: Gerätebatterien, Sensoren, Fernbedienungen

Sekundärbatterien (wiederaufladbar)

  • Blei‑Säure
  • NiCd
  • NiMH
  • Lithium‑Ionen‑Systeme
  • Einsatz: Fahrzeuge, Energiespeicher, Industrie, mobile Geräte

Anwendungsbereiche

  • Consumer‑Batterien (Haushaltsgeräte, Elektronik)
  • Industriebatterien, unterteilt in:
    • Gerätebatterien
    • stationäre Batterien (z. B. Standby‑ oder Hochstromanwendungen)
    • Starterbatterien (KFZ)
    • Traktionsbatterien (Gabelstapler, E‑Mobilität, zyklenfest)
 

Batteriealterung

Batteriealterung beschreibt den irreversiblen Verlust von Kapazität und Leistungsfähigkeit einer Batterie im Laufe ihrer Lebensdauer. Sie ist ein natürlicher Prozess, der durch chemische Veränderungen, mechanische Belastungen und Betriebsbedingungen verursacht wird.

Typische Symptome sind:

  • sinkende Kapazität
  • steigender Innenwiderstand
  • geringere Leistungsabgabe
  • verkürzte Laufzeit

Arten und Ursachen der Batteriealterung

Kalenderalterung (zeitabhängig)

  • Alterung durch Nicht‑Benutzung
  • hohe oder niedrige Umgebungstemperaturen
  • ungünstige Lagerung
  • hoher Ladezustand über lange Zeit (hoher SOC)

Zyklenalterung (nutzungsabhängig)

  • Verschleiß durch Lade‑/Entladezyklen
  • Tiefentladungen
  • hohe Lade‑ und Entladeströme
  • mechanische Belastungen (Vibrationen, Stöße)

Betriebsbedingte Faktoren

  • extreme Ladezustände (dauerhaft voll oder fast leer)
  • ungleichmäßige Zellverteilung in Batterieketten
  • thermische Belastung durch hohe Ströme

Folgen der Alterung

  • verringerte Kapazität
  • höhere Wärmeentwicklung
  • geringere Effizienz
  • erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeit
 

Batterie – geschlossen oder verschlossen

Geschlossene und verschlossene Batterien sind beides elektrochemische Energiespeicher, unterscheiden sich jedoch in Aufbau, Wartungsbedarf und Sicherheit.

Geschlossene Batterie

  • Zellen sind offen oder zu öffnen, nicht gasdicht
  • Elektrolyt liegt flüssig vor (z. B. Schwefelsäure bei Blei‑Säure‑Akkus)
  • gehört zu den wartungsarmen Nassbatterien
  • regelmäßige Kontrolle und ggf. Nachfüllen von Wasser notwendig
  • Gasung kann auftreten

Verschlossene Batterie

  • Zellen sind gasdicht verschlossen, nicht zu öffnen
  • besitzen Überdruckventile
  • Elektrolyt ist gebunden:
    • in Glasfaservlies (AGM)
    • in Gelmasse (Gel‑Batterie)
  • gehören zu den wartungsfreien Batterien
  • kein Nachfüllen von Wasser möglich
  • geringere Gasung, sicherer im Betrieb

Typische Einsatzbereiche

  • geschlossene Batterien: Industrie, Notstrom, Starterbatterien
  • verschlossene Batterien: USV, Telekommunikation, Sicherheitstechnik, zyklische Anwendungen
Merkmal Geschlossene Batterie Verschlossene Batterie
Elektrolyt Flüssig Gel oder Vlies (gebunden)
Wartung Ja Ja
Gasung Ja Gering (Rekombination)
Öffnungen vorhanden Ja Nein
Einbaulage Nur aufrecht i.d.R. aufrecht
Flexibel (auch liegend),
hier aber Batterietyp-abhängig
Lebensdauer Hoch (bei guter Wartung) Batterietyp-abhängig (mittel / hoch)


 

Batteriekapazität

Die Batteriekapazität beschreibt die Menge an elektrischer Energie, die eine Batterie speichern und wieder abgeben kann. Sie ist ein zentrales Leistungsmerkmal eines Energiespeichers und bestimmt maßgeblich, wie lange ein Gerät oder System betrieben werden kann, bevor eine erneute Ladung erforderlich ist.

Es gibt zwei grundlegende Arten der Kapazitätsangabe:

  • Amperestunden (Ah) – die Ladungskapazität, also wie viel Strom über eine bestimmte Zeit entnommen werden kann.
  • Wattstunden (Wh) – die Energiekapazität, also die tatsächlich nutzbare Energiemenge (Spannung × Kapazität).

Die Angabe in Wh ist aussagekräftiger, da sie die Spannung berücksichtigt und damit die reale Energie beschreibt.

Einflussfaktoren auf die Batteriekapazität

Die nutzbare Kapazität einer Batterie hängt von mehreren technischen und betrieblichen Faktoren ab:

  • Temperatur

    • Niedrige Temperaturen reduzieren die chemische Reaktionsfähigkeit.
    • Hohe Temperaturen beschleunigen Alterung und verringern die Lebensdauer.
  • Entladestrom

    • Hohe Ströme führen zu einer geringeren nutzbaren Kapazität (Peukert‑Effekt).
    • Niedrige Ströme ermöglichen eine nahezu vollständige Nutzung der Nennkapazität.
  • Alterung & Lade-/Entladezyklen

    • Mit zunehmender Nutzung sinkt die Kapazität irreversibel.
    • Der Innenwiderstand steigt, was die Leistungsfähigkeit weiter reduziert.
  • Entladetiefe (Depth of Discharge, DoD)

    • Tiefe Entladungen verkürzen die Lebensdauer.
    • Flachere Zyklen erhöhen die Zyklenfestigkeit.

Die tatsächliche Kapazität kann daher deutlich von der Nennkapazität im Datenblatt abweichen.


 

Batteriepol

Ein Batteriepol ist ein elektrischer Anschlusspunkt einer Batterie, über den Strom in einen Stromkreis hinein- oder herausfließt. Jede Batterie besitzt mindestens ein Polpaar, bestehend aus:

  • Pluspol (+) – höheres elektrisches Potential
  • Minuspol (−) – niedrigeres elektrisches Potential

Über diese beiden Pole wird die Batterie mit dem Verbraucher oder Ladegerät verbunden.

Bei großen stationären Batteriezellen, insbesondere 2‑V‑Zellen mit hoher Kapazität, können auch zwei Polpaare vorhanden sein. Dies dient:

  • der besseren Stromverteilung
  • der Reduzierung von Übergangswiderständen
  • der sicheren Ableitung hoher Ströme

Die Pole bestehen meist aus massiven Bleianschlüssen, Kupferbolzen oder Edelstahlgewinden.


 

Batterieraum

Ein Batterieraum ist ein speziell ausgelegter Raum zur sicheren Unterbringung und zum Betrieb stationärer Batterieanlagen, beispielsweise mit Nassbatterien, AGM‑Batterien, Gel‑Batterien oder NiCd‑Systemen. Er dient dem Schutz von Personen und Anlagen vor Gefahren durch:

  • elektrische Spannung
  • explosive Gase (insbesondere Wasserstoff)
  • austretenden Elektrolyt
  • Brand- und Kurzschlussrisiken

Der Betrieb eines Batterieraums unterliegt strengen Normen und Vorschriften.

Relevante Normen und Vorschriften

  • DIN EN 50272‑2 – Sicherheit von stationären Batterieanlagen
  • EltBauVO / M‑EltBauVO – Anforderungen an elektrische Betriebsräume
  • DIN VDE 0105‑100 – Zugang nur für elektrotechnisch unterwiesene Personen

Typische Anforderungen an einen Batterieraum

Anforderung Ziel / Beschreibung
Brandschutz Feuerhemmende oder feuerbeständige Trennung von anderen Räumen
Kennzeichnung Warnhinweise zu Spannung, Elektrolyt und Explosionsgefahr gemäß DIN EN 50272‑2
Zugang Nur für befähigte Personen (EuP, EFK), Türen mit Warnschildern
Bodenbeschaffenheit Schutz gegen direktes und indirektes Berühren, Vermeidung von Kurzschlüssen
Raumklima Trocken, frostfrei, Temperatur zwischen +5 °C und +35 °C
Belüftung Ableitung von Knallgas durch natürliche oder technische Lüftung
Elektrische Sicherheit Schutz gegen Berührung spannungsführender Teile, sichere Kabelführung
 

Ein ordnungsgemäß ausgeführter Batterieraum ist essenziell für die Betriebssicherheit stationärer Energiespeicher.


 

Batterieraumbelüftung

Die Belüftung eines Batterieraums ist ein zentraler Sicherheitsaspekt, insbesondere bei Blei‑Säure‑Batterien, da beim Laden Wasserstoffgas entsteht. Wasserstoff bildet mit Luft ein explosives Gemisch (Knallgas), wenn die Konzentration über ca. 4 Vol.-% steigt.

Eine fachgerechte Belüftung verhindert die Ansammlung gefährlicher Gase und stellt einen sicheren Betrieb sicher.

Wesentliche Anforderungen an die Batterieraumbelüftung

  • Luftwechselrate Die Lüftung muss so ausgelegt sein, dass die Wasserstoffkonzentration stets unter 4 Vol.-% bleibt. Ladeleistung und Batterietyp sind zu berücksichtigen.
  • Natürliche vs. mechanische Belüftung
    • Kleine Räume: natürliche Lüftung über Zu- und Abluftöffnungen möglich
    • Größere Anlagen: mechanische Lüftung mit Ventilatoren erforderlich
  • Abluftführung
    • Abluftöffnungen im oberen Bereich, da Wasserstoff leichter als Luft ist
    • direkte Ableitung nach außen
  • Überwachungssysteme
    • Wasserstoffsensoren erhöhen die Sicherheit
    • automatische Aktivierung der Lüftung oder Alarm bei Grenzwertüberschreitung
  • Stromversorgung
    • Lüftungssysteme sollten über eine USV abgesichert sein, um auch bei Netzausfall funktionsfähig zu bleiben

Eine korrekt ausgelegte Belüftung ist ein unverzichtbarer Bestandteil jeder stationären Batterieanlage.



 

Batteriestrang in Reihe / parallel

Ein Batteriestrang beschreibt die elektrische Verschaltung mehrerer Batterien, um bestimmte elektrische Eigenschaften zu erreichen. Je nach Verschaltungsart können Spannung, Kapazität oder beides erhöht werden.

Verschaltungsarten

Verschaltung Ziel Verbindung
Reihenschaltung Erhöhung der Systemspannung Pluspol einer Batterie mit Minuspol der nächsten
Parallelschaltung Erhöhung der Gesamtkapazität Alle Pluspole miteinander, alle Minuspole miteinander
Reihen‑Parallel‑Schaltung Kombination aus Spannung und Kapazität Zuerst parallel, dann in Serie
 

Hinweise zur Praxis

  • In Reihenschaltungen bestimmt die schwächste Batterie die Gesamtleistung.

  • Parallelschaltungen erfordern identische Batterietypen und Ladezustände.

  • Unsymmetrische Verschaltung kann zu Überlastung einzelner Batterien führen.


 

Batteriezyklus

Batteriezyklus – siehe Vollzyklus. Ein Vollzyklus beschreibt eine vollständige Entladung und anschließende Wiederaufladung einer Batterie.


 

Bleiakku

Ein Bleiakkumulator (kurz: Bleiakku oder Blei‑Säure‑Batterie) ist ein wiederaufladbarer elektrochemischer Energiespeicher. Er nutzt verdünnte Schwefelsäure als Elektrolyt und Blei bzw. Bleidioxid als Elektrodenmaterial. Bleiakkus gehören zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Akkutechnologien.

Eine einzelne Zelle besitzt eine Nennspannung von ca. 2 V. Ein 12‑V‑Bleiakku besteht daher aus sechs in Reihe geschalteten Zellen.

Aufbau einer Bleiakku‑Zelle

  • Positive Elektrode: Bleidioxid (PbO₂)
  • Negative Elektrode: poröses Blei (Pb)
  • Elektrolyt: Schwefelsäure (H₂SO₄)
  • Separator: poröse Isolierschicht zur Verhinderung von Kurzschlüssen
  • Gehäuse: säurebeständiger Kunststoff

Varianten

  • Nassbatterie (flüssiger Elektrolyt)
  • AGM‑Batterie (Elektrolyt im Glasfaservlies gebunden)
  • Gel‑Batterie (Elektrolyt in Gelstruktur gebunden)

Bleiakkus sind robust, kostengünstig und für hohe Ströme geeignet, jedoch schwer und weniger energiedicht als moderne Lithiumsysteme.


 

Bleibatterie

Siehe Bleiakku.


 

Bleischlamm

Siehe Verschlammen einer Bleibatterie. Bleischlamm entsteht durch Ablösung aktiver Masse von den Elektroden und sammelt sich am Boden der Zelle.


 

Blindleistung

Blindleistung ist ein Begriff aus der Wechselstromtechnik und beschreibt den Anteil der elektrischen Leistung, der nicht in nutzbare Energie umgewandelt wird. Stattdessen pendelt sie zwischen Erzeuger und Verbraucher hin und her.

Blindleistung entsteht durch induktive oder kapazitive Lasten, z. B.:

  • Motoren
  • Transformatoren
  • Drosseln
  • Kondensatoren

Sie belastet das Stromnetz, ohne Arbeit zu verrichten.

Zusammenhang mit anderen Leistungsarten

  • Wirkleistung (P) – tatsächlich nutzbare Leistung
  • Blindleistung (Q) – pendelnde, nicht nutzbare Leistung
  • Scheinleistung (S) – geometrische Summe aus Wirk- und Blindleistung

Blindleistung beeinflusst die Netzqualität und wird in industriellen Anlagen häufig kompensiert.






Blei-Säure-Batterie

 s. Bleiakku

BSV / ZSV

Batterien für den Einsatz in BSV- (Besondere Stromversorgungsanlagen) oder ZSV-Anlagen (Zentrale Sicherheitsstromversorgungsanlagen) in Kliniken und Krankenhäusern unterliegen besonders strengen und spezifischen Anforderungen, da hier die Patientensicherheit und die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen im Vordergrund stehen. Über die allgemeinen Anforderungen der DIN EN 50171 hinaus, die für alle Sicherheitsstromversorgungen gelten, kommen in medizinischen Einrichtungen weitere, oft noch stärkere Vorgaben hinzu.
  • Höchste Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit (DIN VDE 0100-710, DIN VDE 0558-507):

    • Im Falle eines Netzausfalls müssen medizinisch-technische Geräte wie OP-Beleuchtung, Herz-Lungen-Maschinen, Beatmungsgeräte oder Patientenmonitore sofort und unterbrechungsfrei weiterversorgt werden.
    • Die Umschaltzeit bei einem Netzausfall muss extrem kurz sein (teilweise unter 0,5 Sekunden für bestimmte Verbraucher wie OP-Leuchten).
  • Mindestbetriebsdauer (Autonomiezeit):

    • Die DIN EN 50171 fordert eine Mindestautonomiezeit von 1 Stunde, die in speziellen Anwendungen verlängert werden kann.
    • Für Kliniken und Krankenhäuser, insbesondere bei OP-Beleuchtung und lebenserhaltenden Systemen, wird oft eine Betriebsdauer von 3 Stunden gefordert.
    • Diese Dauer kann unter Umständen auf 1 Stunde reduziert werden, wenn eine zweite, unabhängige Sicherheitsstromversorgung (z.B. ein Stromerzeugungsaggregat) die restliche Mindestbetriebsdauer von 3 Stunden sicherstellt.
  • Lange Designlebensdauer und Alterungsreserve (DIN EN 50171):

    • Die Batterien müssen eine Designlebensdauer von mindestens 10 Jahren im Erhaltungsladungsbetrieb aufweisen. Produkte mit "Very Long Life" (12+ Jahre) sind hier bevorzugt.
    • Bei der Bemessung der Batteriekapazität muss eine Alterungsreserve von 25% berücksichtigt werden, um sicherzustellen, dass die Batterie auch am Ende ihrer Lebensdauer noch die volle, geforderte Autonomiezeit liefern kann.
    • Der Kapazitätsverlust durch Alterung sollte durchschnittlich maximal 2% pro Jahr betragen, um die 80% Restkapazität nicht vor 10 Jahren zu unterschreiten.
  • Sicherheitsrelevante Batterietypen und Umgebungsbedingungen:

    • Bevorzugt werden verschlossene, wartungsfreie Batterien (VRLA) wie
      • Gel-Batterien (z.B. Exide Sonnenschein A-Serien) oder
      • AGM-Batterien,
      • OPzV-Batterien
da sie keine Säureaustritte verursachen und eine geringere Gasung aufweisen, was in Innenräumen und sensiblen Bereichen wichtig ist.
  • Offene Batterien (z.B. OPzS) sind ebenfalls zulässig, erfordern jedoch zusätzliche Lüftungs- und Wartungsmaßnahmen.
  • Die Batterieräume müssen so temperiert sein, dass die Batterien möglichst konstant bei 20°C bis 25°C betrieben werden, um die Lebensdauer zu maximieren.
  • Regelmäßige Prüfungen und Wartung (DIN VDE 0100-710, DIN VDE 0558-507):

    • Jährliche Kapazitätsprüfungen der Batterien sind zwingend erforderlich, um deren Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten.
    • Regelmäßige Überprüfung der lichttechnischen Erfordernisse (z.B. nach DIN EN 1838) und der Gerätefunktionen.
    • Bereitstellung einer detaillierten Anlagendokumentation und Prüfberichte, die über mindestens 3 Jahre rückverfolgbar sein müssen.
  • Spezifische Normen und Zertifizierungen:

    • Batterien und Anlagen müssen den Anforderungen der DIN EN 50171 (Zentrale Stromversorgungssysteme für Sicherheitszwecke) und DIN EN 50272-2 (Sicherheitsanforderungen an stationäre Batterien) entsprechen.
    • Zusätzlich sind die nationalen Installationsnormen für medizinisch genutzte Bereiche relevant, in Deutschland ist das die DIN VDE 0100-710.
    • Zertifizierungen durch unabhängige Prüfstellen sind oft gefordert oder wünschenswert.