Batterie-Lexikon / Glossar F

 

FBF Feuerwehr‑Bedienfeld

Ein FBF (Feuerwehr‑Bedienfeld) ist ein zentrales Bedienelement der Feuerwehr für Brandmelde‑ und sicherheitstechnische Anlagen in Gebäuden. Es gehört zur vorgeschriebenen Feuerwehrperipherie gemäß DIN 14661 und ist ein essenzieller Bestandteil moderner Brandschutz‑ und Gefahrenmanagementsysteme.

Das FBF wird in der Regel in unmittelbarer Nähe des Gebäudeeingangs oder im Feuerwehrzugang montiert, damit Einsatzkräfte im Brandfall schnell und ohne Umwege auf alle relevanten Funktionen zugreifen können.

Funktionen eines Feuerwehr‑Bedienfelds

Ein FBF ermöglicht der Feuerwehr:

  • Quittierung von Alarmen
  • Rückstellung der Brandmeldeanlage
  • Steuerung von brandschutztechnischen Einrichtungen, z. B.:
    • Rauch‑ und Wärmeabzugsanlagen (RWA)
    • Aufzugssteuerungen
    • Tür‑ und Torfeststellanlagen
    • Lüftungsanlagen
  • Umschaltung von Betriebsarten (z. B. Feuerwehrbetrieb)
  • Anzeige von Störungen und Meldungen

Normative Anforderungen

Gemäß DIN 14661 muss ein FBF:

  • einheitlich gestaltet sein (Layout, Farben, Beschriftung)
  • klar erkennbare Bedienelemente besitzen
  • gegen unbefugte Bedienung geschützt sein (Schlüsselschalter)
  • mit der Brandmeldezentrale (BMZ) verbunden sein
  • auch bei Netzausfall funktionsfähig bleiben (Notstromversorgung)

Bedeutung im Einsatzfall

Das FBF ist für die Feuerwehr ein zentrales Steuer‑ und Informationsinstrument, um:

  • schnell auf Gebäudetechnik zuzugreifen
  • Brandabschnitte zu kontrollieren
  • Evakuierungsmaßnahmen zu unterstützen
  • technische Anlagen gezielt zu beeinflussen

Es trägt damit maßgeblich zur Sicherheit von Personen und Einsatzkräften bei.

 

Flachplatte (Gitterplatte)

Der Begriff Flachplatte – auch Gitterplatte genannt – beschreibt eine Bauart der positiven Elektrode in Bleibatterien. Besonders bekannt wurde der Begriff durch die FIAMM‑Nassbatterien, bei denen die beiden Technologien Flachplatte und Röhrchenplatte für unterschiedliche Einsatzprofile optimiert wurden.

Aufbau und Funktionsweise

Eine Flachplatte besteht aus:

  • einem Gitter aus Blei‑Legierung
  • einer aktiven Masse, die in das Gitter eingepresst wird
  • einer flachen, rechteckigen Form (daher der Name)

Das Gitter dient als mechanische Stütze und als Stromsammler, während die aktive Masse die elektrochemische Reaktion ermöglicht.

Eigenschaften der Flachplatte

  • hohe Stromabgabe Ideal für Anwendungen, die kurzfristig hohe Ströme benötigen.
  • gute Ladeannahme Schnellladefähig, geeignet für Pufferbetrieb.
  • geringe Kosten Einfachere Herstellung im Vergleich zur Röhrchenplatte.
  • kürzere Lebensdauer bei zyklischer Belastung Die aktive Masse kann sich schneller ablösen (Verschlammung).
 

Typische Einsatzbereiche

Flachplatten werden bevorzugt eingesetzt in:

  • USV‑Anlagen
  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Start‑ und Notstromsystemen
  • Anwendungen mit hoher Stromanforderung
  • Pufferbetrieb (Standby‑Betrieb)

Röhrchenplatten hingegen dominieren bei zyklischen Anwendungen wie Solar‑ oder Traktionsbatterien.

Vergleich: Flachplatte vs. Röhrchenplatte

 
Merkmal Flachplatte (Gitterplatte) Panzerplatte (Röhrchenplatte)
Konstruktion Bleidioxid-Paste in gitterförmiger Bleilegierung,
flache Platte mit großer Oberfläche
Bleidioxid in röhrchenförmigen Taschen aus Gewebe,
befestigt an leitfähigem Stab
Zyklenfestigkeit Niedriger 
Materialverlust durch „Shedding“ bei Lade-/Entladezyklen
Sehr hoch 
Röhrchenstruktur schützt und stabilisiert die aktive Masse
Lebensdauer (Standby) Lang 
z. B. FIAMM OGi-Serie mit bis zu 15 Jahren
Sehr lang
z. B. FIAMM OPzS-Serie mit 20 Jahren und mehr
Hochstromfähigkeit Sehr gut
große Oberfläche ermöglicht schnelle Reaktion und
hohe Kurzzeitströme
Gut
aber eingeschränkter Elektrolytzugang,
besser für längere Entladezeiten
Anwendungsbereich USV, Schaltanlagen, Notstrom
Fokus auf schnelle Energieabgabe
Solaranlagen, Telekom, Signaltechnik
Fokus auf zyklische Nutzung und lange Überbrückungszeiten


 

 

FNC – Fibre Nickel Cadmium (Faserstruktur‑Nickel‑Cadmium‑Batterie)

FNC steht für Fibre Nickel Cadmium und bezeichnet eine spezielle Bauform von Nickel‑Cadmium‑Akkumulatoren (NiCd), bei der die aktive Masse in einer dreidimensionalen Faserstruktur eingebettet ist. Diese Technologie wurde entwickelt, um die Leistungsfähigkeit klassischer NiCd‑Zellen deutlich zu verbessern – insbesondere in Bezug auf Zyklenfestigkeit, Strombelastbarkeit und Lebensdauer.

FNC‑Zellen gehören zu den robustesten und langlebigsten industriellen Batterietechnologien und werden vor allem in sicherheitskritischen Anwendungen eingesetzt.

 

Aufbau und Funktionsprinzip

Im Gegensatz zu herkömmlichen NiCd‑Akkus, bei denen die aktive Masse auf Platten aufgebracht wird, nutzt die FNC‑Technologie:

  • ein dreidimensionales Metallfasergewebe als Trägerstruktur
  • eine gleichmäßig verteilte aktive Masse in dieser Faserstruktur
  • Nickelhydroxid als positive Elektrode
  • Cadmiumhydroxid als negative Elektrode
  • Kalilauge (KOH) als Elektrolyt

Diese Faserstruktur sorgt für:

  • eine sehr große aktive Oberfläche
  • extrem niedrige Innenwiderstände
  • hohe mechanische Stabilität
  • hervorragende Wärmeableitung
 

Eigenschaften und Vorteile von FNC‑Batterien

FNC‑Akkus zeichnen sich durch eine Reihe außergewöhnlicher Eigenschaften aus:

1. Extreme Zyklenfestigkeit

  • bis zu 20.000 Lade‑/Entladezyklen möglich
  • ideal für Anwendungen mit täglicher oder häufiger zyklischer Belastung

2. Hohe Strombelastbarkeit

  • sehr hohe Lade‑ und Entladeströme möglich
  • geeignet für kurzzeitige Hochlastanwendungen

3. Lange Lebensdauer

  • 15–20 Jahre und mehr im industriellen Einsatz
  • unempfindlich gegenüber Tiefentladung und Fehlbehandlung

4. Temperaturbeständigkeit

  • Einsatzbereich von –40 °C bis +70 °C
  • ideal für Außenbereiche, Bahntechnik oder extreme Umgebungen

5. Mechanische Robustheit

  • vibrations‑ und schockfest
  • geeignet für mobile oder industrielle Anwendungen

6. Hohe Betriebssicherheit

  • kein thermisches Durchgehen
  • sehr geringe Ausfallrate
  • gutmütiges Verhalten bei Überladung
 

Typische Einsatzbereiche

FNC‑Batterien werden überall dort eingesetzt, wo maximale Zuverlässigkeit und lange Lebensdauer wichtiger sind als Energiedichte oder Gewicht:

  • Bahntechnik (Züge, U‑Bahnen, Signaltechnik)
  • Notstromversorgung (USV, Sicherheitsbeleuchtung, Industrieanlagen)
  • erneuerbare Energien (Solar‑Inselanlagen, Wind‑Hybridanlagen)
  • Militär‑ und Spezialfahrzeuge
  • Telekommunikation
  • Energiespeicher in extremen Klimazonen
 

Vergleich zu anderen Batterietechnologien

Technologie Vorteile Nachteile
FNC (NiCd) extrem langlebig, robust, hohe Zyklenzahl, temperaturfest geringere Energiedichte, enthält Cadmium
Blei‑Säure günstig, weit verbreitet empfindlich gegenüber Tiefentladung, geringere Zyklenzahl
Lithium‑Ionen hohe Energiedichte, leicht empfindlich gegenüber Temperatur, komplexes BMS nötig
 
 

Besonderheiten

  • FNC‑Zellen sind wartungsarm, aber nicht völlig wartungsfrei (Elektrolytstand prüfen bei klassischen Ausführungen).
  • Sie gelten als umweltrelevant, da Cadmium ein Schwermetall ist → strenge Entsorgungs‑ und Recyclingvorschriften.
  • Aufgrund ihrer Robustheit sind sie in sicherheitskritischen Bereichen weiterhin unverzichtbar, obwohl andere Technologien energiedichter sind.