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Batterie-Lexikon / Glossar G
Gasung
Gasung bezeichnet in Bleibatterien die elektrolytische Zersetzung von Wasser, die auftritt, wenn eine Batterie nahezu vollständig geladen ist oder die Ladespannung die sogenannte Gasungsspannung überschreitet. In diesem Zustand kann der zugeführte Strom nicht mehr vollständig für die elektrochemische Rückumwandlung von Bleisulfat genutzt werden. Stattdessen wird Wasser im Elektrolyten (verdünnte Schwefelsäure) in seine Bestandteile zerlegt.
Chemische Vorgänge bei der Gasung
- An der positiven Elektrode (Kathode): Bildung von Sauerstoff (O₂)
- An der negativen Elektrode (Anode): Bildung von Wasserstoff (H₂)
Diese beiden Gase können sich zu einem explosiven Gemisch verbinden – dem sogenannten Knallgas.
Konsequenzen der Gasung
1. Wasserverlust
Da Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird, sinkt der Elektrolytstand in Nassbatterien. → regelmäßiges Nachfüllen von destilliertem Wasser ist notwendig.
2. Knallgasbildung
Wasserstoff und Sauerstoff bilden ein explosives Gemisch. → ausreichende Belüftung von Batterieräumen ist zwingend erforderlich.
3. Korrosion und Säurenebel
Mit den Gasen können feine Säuretröpfchen austreten. → Korrosion an Polen, Verbindern und Metallteilen.
4. Energieverlust
Ein Teil der Ladeenergie wird nicht gespeichert, sondern als Wärme und Gas abgegeben. → ineffizienter Ladevorgang.
5. Elektrolytschichtung (Säurestratifikation)
Bei Nassbatterien kann kontrollierte Gasung helfen, die Säure zu durchmischen und Schichtung zu verhindern.
Gasungsspannung
Die Gasungsspannung ist die elektrische Spannung, ab der in einer Bleibatterie die elektrolytische Zersetzung von Wasser beginnt. Sie liegt typischerweise bei:
- ca. 2,40 V pro Zelle
- ca. 14,4 V bei einer 12‑V‑Batterie
Wird diese Spannung überschritten, setzt die Gasung ein. Moderne Ladegeräte begrenzen daher die Spannung oder regeln automatisch in den Erhaltungslademodus herunter.
Gebrauchsdauererwartung
Siehe: Batteriealterung und Design Life
Der Begriff beschreibt die realistisch zu erwartende Lebensdauer einer Batterie unter typischen Einsatzbedingungen – im Gegensatz zur theoretischen Auslegungslebensdauer (Design Life).
Gel‑Batterie / Gelbatterie
Eine Gel‑Batterie ist eine spezielle Bauform des Bleiakkus und gehört zur Gruppe der VRLA‑Batterien (Valve Regulated Lead Acid). Der Elektrolyt ist nicht flüssig, sondern durch Zugabe von Kieselsäure zu einem Gel gebunden.
Vorteile der Gel‑Technologie
1. Auslaufsicherheit
- Elektrolyt ist gebunden → kein Auslaufen
- flexible Einbaulage möglich (nicht kopfüber)
2. Hohe Zyklenfestigkeit
- sehr robust gegenüber tiefen Entladungen
- ideal für zyklische Anwendungen (Solar, Freizeit, medizinische Geräte)
3. Geringe Selbstentladung
- lange Lagerfähigkeit
- ideal für saisonale Nutzung
4. Vibrations‑ und Stoßfestigkeit
- Gel schützt die Platten
- geeignet für mobile Anwendungen
5. Temperaturtoleranz
- gute Leistung bei Hitze
- keine Säureschichtung wie bei Nassbatterien
Gel‑Batterien sind besonders beliebt in Solar‑Inselanlagen, Rollstühlen, Booten, Wohnmobilen und Sicherheitsstromversorgungen.
Gleichstrom (DC – Direct Current)
Gleichstrom (DC) ist eine Stromform, bei der der Strom immer in dieselbe Richtung fließt. Im Gegensatz dazu wechselt beim Wechselstrom (AC) die Richtung periodisch.
Eigenschaften von Gleichstrom
- Stromfluss: konstant vom Plus‑ zum Minuspol
- Spannung: bleibt stabil
- Frequenz: 0 Hz (keine Richtungsänderung)
- Stromquellen:
- Batterien
- Akkus
- Solarzellen
- Gleichrichter
Gleichstrom ist die natürliche Stromform aller elektrochemischen Energiespeicher.
GroE‑Batterie (Großoberflächen‑Elektrode)
GroE‑Batterien sind offene, wartungsarme Blei‑Säure‑Batterien mit Flüssigelektrolyt, die speziell für stationäre Anwendungen entwickelt wurden. Sie besitzen Großoberflächen‑Elektroden, die besonders hohe Ströme und lange Lebensdauer ermöglichen.
Eigenschaften
- sehr hohe Zuverlässigkeit
- extrem lange Lebensdauer (oft > 20 Jahre)
- hohe Strombelastbarkeit
- ideal für kurze und lange Entladezeiten
- meist als 2‑V‑Einzelzellen erhältlich
Typische Einsatzbereiche
- Kraftwerke
- Schaltanlagen
- USV‑Systeme
- Industrie‑ und Energieversorgungsanlagen
Bekannte Baureihen:
- Exide Classic GroE
- Hoppecke grid | power V X (GroE)
GuG – gefüllt und geladen
GuG bedeutet „gefüllt und geladen“ und beschreibt den Auslieferungszustand moderner Nassbatterien.
Früher wurden große stationäre Batterien oft ungefüllt und ungeladen geliefert. Die Befüllung mit Säure und die erste Formierungsladung mussten vor Ort erfolgen – ein aufwendiger und sicherheitskritischer Prozess.
Heute werden Batterien in der Regel:
- bereits mit Elektrolyt befüllt
- vollständig geladen
- sofort einsatzbereit ausgeliefert
Ausnahmen gibt es noch bei:
- Motorrad‑Batterien (trocken vorgeladen)
- speziellen Industriezellen
GuG vereinfacht die Installation erheblich und erhöht die Sicherheit.