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Batterie-Lexikon / Glossar I & J
IATA DGR – Klausel A67 (Special Provision A67)
Die IATA DGR (Dangerous Goods Regulations) sind die internationalen Gefahrgutvorschriften für den Luftverkehr. Die Klausel A67, auch bekannt als Special Provision A67, definiert die Bedingungen, unter denen nicht auslaufende Nassbatterien – insbesondere AGM‑ und Gel‑Bleiakkus – nicht als Gefahrgut gelten.
A67 ist eine der wichtigsten Regelungen für den weltweiten Versand von VRLA‑Batterien (Valve Regulated Lead Acid).
Was besagt Klausel A67 konkret?
Damit eine Batterie gemäß A67 als „Not Restricted“ eingestuft wird, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
1. Kennzeichnung
-
Die Batterie muss als „non‑spillable“ (nicht auslaufend) gekennzeichnet sein.
2. Keine freie Flüssigkeit
- Auch bei Beschädigung darf keine Flüssigkeit austreten.
- AGM‑ und Gel‑Batterien erfüllen dies konstruktionsbedingt.
3. Bestehen von Prüfungen
Die Batterie muss folgende Tests erfolgreich bestehen:
- Vibrationstest
- Frequenzbereich: 10–55 Hz
- in 3 Achsen, jeweils 95 Minuten
- Drucktest
- 6 Stunden bei 88 kPa Druckdifferenz
- in 3 Positionen
4. Temperaturbeständigkeit
-
Bei 55 °C darf keine Flüssigkeit austreten.
5. Dokumentation im Luftfrachtbrief (AWB)
-
Der Vermerk „Not Restricted – Special Provision A67“ muss enthalten sein.
Bedeutung für den Versand
Batterien, die A67 erfüllen:
- gelten nicht als Gefahrgut
- dürfen ohne Gefahrgutdeklaration versendet werden
- sind als „Not Restricted“ eingestuft
- vereinfachen den Versand von:
- USV‑Batterien
- Rollstuhl‑ und Mobilitätsakkus
- Solar‑ und Energiespeicherbatterien
- VRLA‑Batterien aller Art
A67 ist damit eine zentrale Regelung für den internationalen Handel mit wartungsfreien Bleiakkus.
IEC 60896‑21 / IEC 60896‑22
Die Normen IEC 60896‑21 und IEC 60896‑22 definieren internationale Standards für ortsfeste VRLA‑Blei‑Säure‑Batterien (Valve Regulated Lead Acid). Sie sind weltweit anerkannte Referenznormen für Qualität, Sicherheit und Leistungsfähigkeit stationärer Batterien.
IEC 60896‑21 – Prüfverfahren und Testmethoden
Diese Norm beschreibt wie Batterien getestet werden müssen, um vergleichbare und reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten.
Inhalte der IEC 60896‑21
-
Standardisierte Testbedingungen (Temperatur, Ströme, Spannungen, Ladeverfahren)
-
Sicherheitsprüfungen
- Verhalten bei Überladung
- Flammsperren
- Dichtigkeit
- mechanische Belastbarkeit
-
Leistungsprüfungen
- Nennkapazität
- Selbstentladung
- Ladeannahme
- Kurzzeitentladeverhalten
- Zyklenfestigkeit
-
Dauerhaftigkeitsprüfungen
- Alterungstests
- Verhalten bei erhöhter Temperatur
-
Materialprüfungen
-
Qualität der Platten, Separatoren, Gehäusematerialien
-
IEC 60896‑22 – Anforderungsspezifikation
Diese Norm definiert Mindestanforderungen an VRLA‑Batterien für stationäre Anwendungen.
Inhalte der IEC 60896‑22
- Anforderungen an Sicherheit, Leistung und Dauerhaftigkeit
- Vorgaben zur Lebensdauer
- Produktmerkmale wie:
- Abmessungen
- Kennzeichnung
- Anschlussarten
- mechanische Stabilität
Zusammen bilden beide Normen die Grundlage für die Qualitätssicherung moderner VRLA‑Batterien.
Industriebatterie
Industriebatterien sind Batterien, die speziell für gewerbliche, industrielle oder landwirtschaftliche Anwendungen entwickelt wurden. Sie unterscheiden sich von Consumer‑ und Fahrzeugbatterien durch:
- höhere Robustheit
- größere Kapazitäten
- längere Lebensdauer
- höhere Zyklenfestigkeit
- spezielle Bauformen
Typische Kategorien von Industriebatterien
- Gerätebatterien für industrielle Anwendungen (z. B. Brandmeldeanlagen, Sicherheitstechnik)
- Stationäre Batterien (USV, Telekommunikation, Energieversorgung)
- Klein‑Traktionsbatterien (Hubwagen, Reinigungsmaschinen, Logistikgeräte)
Industriebatterien sind für den dauerhaften, zuverlässigen Betrieb ausgelegt und erfüllen oft strenge Normen.
Innenwiderstand (Ri)
Der Innenwiderstand ist der elektrische Widerstand, den die internen Komponenten einer Batterie dem Stromfluss entgegensetzen. Er ist nicht sichtbar, sondern ergibt sich aus der Summe aller inneren Widerstände.
Bestandteile des Innenwiderstands
1. Ohmscher Widerstand
- Elektrodenmaterial
- Elektrolyt
- Separatoren
- Ableiter, Verbinder, Pole
2. Elektrochemischer Widerstand (Polarisationswiderstand)
- Reaktionsgeschwindigkeit an den Elektroden
- Ionentransport im Elektrolyten
- abhängig von Temperatur, Ladezustand, Stromstärke
Bedeutung des Innenwiderstands
- Hoher Innenwiderstand → starker Spannungsabfall → Gerät schaltet ab, obwohl Energie vorhanden ist.
- Hoher Innenwiderstand → Erwärmung → ineffiziente Ladung/Entladung, beschleunigte Alterung.
- Niedriger Innenwiderstand → hohe Hochstromfähigkeit → wichtig für Starterbatterien, USV‑Batterien, Notstromsysteme.
- Diagnoseinstrument Die Messung des Innenwiderstands ist ein wichtiger Indikator für den State of Health (SOH) einer Batterie.
I‑, U‑, IU‑ und IUoU‑Kennlinien
Diese Begriffe beschreiben Ladekennlinien für Batterien – also, wie ein Ladegerät Strom und Spannung während des Ladevorgangs regelt.
I‑Kennlinie (Konstantstromladung – CC)
- Ladegerät liefert konstanten Strom
- Spannung steigt mit Ladezustand
- schnelle Anfangsladung
- Gefahr der Überladung ohne Spannungsbegrenzung
U‑Kennlinie (Konstantspannungsladung – CV)
- Ladegerät hält konstante Spannung
- Strom sinkt mit zunehmender Ladung
- schonend, aber bei tiefentladenen Batterien hoher Anfangsstrom möglich
IU‑Kennlinie
Eine der häufigsten Ladekennlinien für Bleibatterien.
Ablauf:
- I‑Phase: Konstantstrom
- U‑Phase: Konstantspannung (Ladeendspannung) → schnelle und schonende Ladung
IUoU‑Kennlinie
Mehrstufige, besonders batterie‑schonende Ladekennlinie.
Ablauf:
- I‑Phase: Konstantstrom bis U1
- U1‑Phase: Konstantspannung (Hauptladung)
- o‑Phase: Pause/Messphase
- U2‑Phase: Erhaltungsladespannung (Float‑Betrieb)
Vorteile:
- optimale Ladung
- verhindert Überladung
- ideal für Dauerladung und Pufferbetrieb
- maximale Lebensdauer