Batterie-Lexikon / Glossar M & N

 

M5 / M6 / M8 / M10 – Anschlusspole

Die Bezeichnungen M5, M6, M8, M10 beziehen sich auf metrische Gewindegrößen an Batterieanschlüssen. Sie geben den Nenndurchmesser des Gewindes in Millimetern an:

  • M5 → 5 mm Gewindedurchmesser
  • M6 → 6 mm
  • M8 → 8 mm
  • M10 → 10 mm

Je größer die Batterie und je höher die Ströme, desto größer müssen die Anschlusspole dimensioniert sein.

Einsatzbereiche nach Kapazität

  • M5 / M6 → kleine bis mittlere Batterien (z. B. Alarmanlagen, Kleingeräte)
  • M8 → ab ca. 90 Ah üblich, z. B. bei USV‑Batterien, AGM‑Blöcken, Traktionsbatterien
  • M10 → große stationäre Zellen, OPzS/OPzV, Industriebatterien

F‑ und G‑Kennzeichnung

Vor dem „M“ kann ein Buchstabe stehen, der die Art des Anschlusses beschreibt:

  • F‑M8FemaleInnengewinde Die Polschraube wird in die Batterie geschraubt.
  • G‑M8GewindebolzenAußengewinde / Stehbolzen Die Leitung wird über eine Bohrung aufgesetzt und mit Mutter befestigt.

Diese Unterscheidung ist wichtig für:

  • die Auswahl der richtigen Kabelschuhe
  • die sichere Stromübertragung
  • die mechanische Stabilität der Verbindung



 

Marathon – Exide

Marathon ist eine Produktfamilie von Exide Technologies, bestehend aus hochwertigen AGM‑VRLA‑Batterien, die speziell für Standby‑Anwendungen entwickelt wurden. Sie sind wartungsfrei, ventilgeregelt und für lange Lebensdauer im Pufferbetrieb ausgelegt.

Produktreihen innerhalb der Marathon‑Familie

  • Marathon L → 2‑V‑Zellen
  • Marathon XL → 6‑V‑ und 12‑V‑Blöcke
  • Marathon M FT → 6‑V‑ und 12‑V‑Frontterminal‑Batterien
  • Marathon PowerCycle → Weiterentwicklung der Frontterminal‑Reihe (Nachfolger der M‑FT‑Serie)

Typische Einsatzbereiche

  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Notstromversorgung
  • Telekommunikation
  • USV‑Anlagen (durch verbesserte AGM‑Technologie zunehmend geeignet)
  • Energieversorgungsanlagen

Marathon‑Batterien sind bekannt für:

  • hohe Zuverlässigkeit
  • gute Hochstromfähigkeit
  • lange Lebensdauer im Standby‑Betrieb
  • robuste AGM‑Technologie



 

Memory‑Effekt

Der Memory‑Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem bestimmte Akkutypen – insbesondere NiCd und in abgeschwächter Form NiMH – scheinbar „vergessen“, wie viel Kapazität sie ursprünglich hatten.

Wie entsteht der Memory‑Effekt?

Wenn ein Akku immer wieder nur teilweise entladen und anschließend geladen wird, bilden sich an den Elektroden Kristallstrukturen, die:

  • die nutzbare Kapazität verringern
  • die Spannung früher einbrechen lassen
  • den Akku „denken lassen“, dass er kleiner ist

Der Akku liefert dann nur noch Energie bis zu dem Punkt, an dem er zuvor regelmäßig wieder geladen wurde.

Wie lässt sich der Memory‑Effekt beheben?

  • vollständiges Entladen und Wiederaufladen (Rekonditionierung)
  • Nutzung geeigneter Ladegeräte mit Refresh‑Funktion
  • Vermeidung häufiger Teilzyklen bei NiCd/NiMH

Hinweis: Moderne Lithium‑Akkus (Li‑Ion, LiFePO₄) sind nicht vom Memory‑Effekt betroffen.





 

MLAR – Muster‑Leitungsanlagen‑Richtlinie

Die MLAR ist eine bundesweit gültige technische Baubestimmung, die die Grundlage für die Landesbauordnungen (LBO) bildet. Sie regelt den Brandschutz von Leitungsanlagen in Gebäuden – insbesondere dort, wo sicherheitsrelevante Systeme wie Sicherheitsbeleuchtung betrieben werden.

Ziel der MLAR ist es, sicherzustellen, dass sicherheitsrelevante Anlagen auch im Brandfall funktionsfähig bleiben und eine Evakuierung möglich ist.

Zentrale Anforderungen der MLAR

1. Bildung von Brandabschnitten

  • Leitungsanlagen müssen so geführt werden, dass Brände sich nicht unkontrolliert ausbreiten.

2. Anforderungen an Sicherheitslichtgeräte

  • ggf. mit Unterverteilungen
  • Notstromversorgung (CPS, LPS, Einzelbatterieleuchten)

3. Anforderungen an Sicherheitsleuchten und Rettungszeichen

  • normgerechte Installation
  • ausreichende Beleuchtungsstärke
  • richtige Positionierung

4. Leitungsführung

  • Kabel in Funktionserhalt (z. B. E30, E90)
  • Installationskanäle mit geprüften Brandschutzsystemen
  • keine brandabschnittsübergreifenden Leitungen ohne Schutzmaßnahmen

5. Leitungen selbst

  • Funktionserhalt nach F30 oder F90
  • geprüfte Kabelsysteme für Sicherheitsstromkreise


Bedeutung in der Praxis

Die MLAR ist entscheidend für:

  • Planung von Sicherheitsbeleuchtung
  • Installation von Notstromsystemen
  • Brandschutzkonzepte
  • Abnahmen durch Behörden und Sachverständige

Sie stellt sicher, dass im Brandfall:

  • Fluchtwege beleuchtet bleiben
  • Rettungszeichen sichtbar sind
  • sicherheitsrelevante Anlagen weiter funktionieren