- Sie haben noch keine Artikel in Ihrem Warenkorb.
Batterie-Lexikon / Glossar W
Walk‑Behind‑Maschinen
Walk‑Behind‑Maschinen sind Maschinen, die zu Fuß geführt werden – im Gegensatz zu Aufsitz‑ oder ferngesteuerten Geräten. Der Bediener läuft also hinter der Maschine her und steuert sie über einen Handgriff oder ein Bedienpult. Diese Bauform ist besonders in der Reinigungstechnik weit verbreitet.
Typische Einsatzbereiche
Walk‑Behind‑Maschinen werden u. a. eingesetzt in:
- Supermärkten und Einkaufszentren
- Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen
- Werkhallen und Produktionsbereichen
- öffentlichen Gebäuden
- Innen‑ und Außenbereichen (je nach Modell)
Beispiele für Walk‑Behind‑Maschinen
- Scheuersaugmaschinen – reinigen und trocknen Böden in einem Arbeitsgang – ideal für glatte, harte Bodenflächen
- Kehrsaugmaschinen – entfernen Staub, Schmutz und grobe Partikel – geeignet für Innen‑ und Außenflächen
- Poliermaschinen / Einscheibenmaschinen – für Pflege, Politur und Grundreinigung von Böden
Batterietechnik in Walk‑Behind‑Maschinen
Viele Walk‑Behind‑Maschinen arbeiten mit:
- Traktionsbatterien (Blei‑Säure, AGM, Gel)
- Lithium‑Ionen‑Batterien
Wichtig sind dabei:
- hohe Zyklenfestigkeit
- zuverlässige Energieversorgung
- robuste Bauweise
- einfache Wartung
Walk‑Behind‑Maschinen sind ein zentraler Bestandteil moderner Reinigungstechnik und werden aufgrund ihrer Flexibilität und Effizienz in nahezu allen Branchen eingesetzt.
Wartungsarm oder wartungsfrei
Die Begriffe wartungsarm und wartungsfrei beschreiben, wie viel Pflege eine Batterie während ihrer Lebensdauer benötigt – insbesondere im Hinblick auf:
- Nachfüllen von Wasser
- Kontrolle des Elektrolytstands
- allgemeine Funktions‑ und Sicherheitsprüfungen
Wichtig ist: Auch wartungsarme und wartungsfreie Batterien benötigen regelmäßige Wartung, z. B. Spannungsprüfung, Temperaturkontrolle oder Sichtprüfung. Normen und Vorschriften (z. B. DIN EN 50272‑2) sind immer einzuhalten.
Wartungsarm
Eine wartungsarme Batterie ist so konstruiert, dass nur selten Wartungsarbeiten erforderlich sind.
Merkmale
- Elektrolytverlust ist reduziert, aber nicht ausgeschlossen
- gelegentliches Nachfüllen von destilliertem Wasser kann notwendig sein
- geeignet für moderate Belastungen
- robust, aber nicht vollständig geschlossen
Wartungsarme Batterien findet man häufig bei:
- klassischen Nassbatterien
- Traktionsbatterien (PzS)
- stationären Industrieanlagen
Wartungsfrei
Eine wartungsfreie Batterie ist versiegelt und so ausgelegt, dass kein Nachfüllen von Wasser über die gesamte Lebensdauer erforderlich ist.
Merkmale
- vollständig geschlossenes System
- Elektrolyt ist gebunden (AGM oder Gel)
- Gasrekombination findet im Inneren statt
- keine Öffnungen zur Elektrolytkontrolle
- dennoch: Ventile zum Druckausgleich (→ VRLA‑Technologie)
Typische wartungsfreie Batterietypen:
- AGM‑Batterien
- Gel‑Batterien
- VRLA‑Batterien (Valve Regulated Lead Acid)
Wichtig
Auch wartungsfreie Batterien benötigen:
- regelmäßige Spannungs‑ und Temperaturkontrollen
- Überprüfung der Ladegeräte
- Sichtprüfung auf Beschädigungen
- Einhaltung der Temperaturkompensation
Gegenüberstellung:wartungsarm - wartungsfrei
| Merkmal | Wartungsarm s. Bemerkungen zuvor | Wartungsfrei s. Bemerkungen zuvor |
|---|---|---|
| Wartungsbedarf | turnusmäßig nötig Normen und Richtliniern beachten Herstellerhinweise beachten | Normen und Richtliniern beachten Herstellerhinweise beachten |
| Wasser nachfüllen möglich? | Ja, bei Bedarf, bei geschlossenen Batterien | Nein, nicht vorgesehen, wenn AGM- oder Gel-Batterie |
| Säurestand kontrollierbar? | Ja, über Verschlussstopfen | Nein, da Batterie versiegelt / verschlossen ist |
| Konstruktion | Teilweise geöffnet geschlossene Bauweise | Komplett geschlossen verschlossene Bauweise VRLA-Technologie |
| Elektrolytverlust | Möglich bei starker Nutzung | Sehr gering, s. Rekombination s. Gasung |
| Typische Batteriearten | Klassische Blei-Säure-Batterien, insbesondere Naßbatterien | AGM, Gel, Ca/Ca-Batterien |
| Wartungsintervall | mindestens 1x pro Jahr | mindestens 1x pro Jahr |
Wechselstrom (AC – Alternating Current)
Wechselstrom (AC) ist eine Form des elektrischen Stroms, bei der sich die Richtung des Stromflusses periodisch ändert. Im Gegensatz zu Gleichstrom (DC), bei dem die Elektronen kontinuierlich in eine Richtung fließen, bewegen sich die Ladungsträger bei Wechselstrom abwechselnd vor und zurück. Gleichzeitig ändert sich auch die Polarität der Spannung in regelmäßigen Intervallen.
In den meisten Ländern – darunter Deutschland und ganz Europa – erfolgt diese Richtungsänderung 50‑mal pro Sekunde, also mit einer Frequenz von 50 Hertz (Hz). In anderen Regionen, wie den USA, beträgt die Frequenz typischerweise 60 Hz.
Eigenschaften von Wechselstrom
1. Periodischer Richtungswechsel
- Die Elektronen bewegen sich nicht konstant in eine Richtung, sondern schwingen hin und her.
- Die Spannung wechselt dabei zwischen positiv und negativ.
2. Sinusförmiger Verlauf
- In der Energietechnik wird Wechselstrom fast immer sinusförmig erzeugt.
- Der Sinusverlauf sorgt für effiziente Energieübertragung und geringe Verluste.
3. Frequenz (Hz)
- Gibt an, wie oft pro Sekunde die Richtung wechselt.
- Europa: 50 Hz
- USA: 60 Hz
Warum wird Wechselstrom verwendet?
Wechselstrom ist die weltweit dominierende Form der Energieübertragung, weil er mehrere Vorteile bietet:
1. Effiziente Übertragung über große Entfernungen
- Mit Transformatoren kann die Spannung leicht hoch‑ und heruntertransformiert werden.
- Hohe Spannungen → geringe Verluste → effizienter Transport.
2. Einfache Erzeugung
-
Generatoren in Kraftwerken erzeugen Wechselstrom direkt durch rotierende Magnetfelder.
3. Kompatibilität mit Haushaltsgeräten
-
Die meisten Haushaltsgeräte sind für AC ausgelegt (230 V in Europa).
Wechselstrom in der Batterietechnik
Batterien liefern immer Gleichstrom (DC). Damit Geräte, die Wechselstrom benötigen, betrieben werden können, kommen Wechselrichter (Inverter) zum Einsatz, z. B. in:
- USV‑Anlagen
- Solaranlagen
- mobilen Energiespeichern
- Notstromsystemen
Diese Geräte wandeln den Gleichstrom der Batterie in Wechselstrom (AC) um – meist in einer sauberen Sinuswelle, um empfindliche Elektronik zu schützen.
Vergleich Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC):
| Merkmal | Wechselstrom (AC) | Gleichstrom (DC) |
|---|---|---|
| Stromrichtung | Wechselt regelmäßig | Fließt konstant in eine Richtung |
| Quelle | Steckdose, Generator | Batterie, Akku |
| Anwendung | Haushaltsgeräte, Industrie | Elektronik, Mobilgeräte, Notstromversorgung, USV-Anlagen |
| Übertragungsweite | Gut über lange Distanzen | Weniger effizient bei Fernleitung |
Wirkleistung (P) – gemessen in Watt (W)
Die Wirkleistung ist der Teil der elektrischen Leistung, der von einem Gerät tatsächlich in nutzbare Energieformen umgewandelt wird – etwa in Licht, Wärme, Bewegung oder Rechenleistung. Sie wird in Watt (W) gemessen und beschreibt damit die effektiv verwertbare Leistung, die ein Verbraucher aus dem Stromnetz oder einer USV‑Anlage aufnimmt.
Während die Scheinleistung (VA) die gesamte elektrische Leistung eines Systems beschreibt und die Blindleistung (var) den Anteil umfasst, der zwar im Stromkreis fließt, aber keine Arbeit verrichtet, ist die Wirkleistung der entscheidende Wert für die tatsächliche Energieumwandlung.
Wirkleistung in USV‑Anlagen
In einer USV‑Anlage (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) gibt die Wirkleistung an, wie viel Leistung die angeschlossenen Geräte real benötigen, um betrieben zu werden. Sie ist damit der wichtigste Parameter für die Dimensionierung einer USV.
Beispiele für Wirkleistung:
- Ein Server benötigt 450 W
- Eine Netzwerkkomponente benötigt 30 W
- Eine medizinische Pumpe benötigt 120 W
Die Summe dieser Werte ergibt die erforderliche Wirkleistung, die die USV mindestens bereitstellen muss.
Zusammenhang zwischen Wirkleistung, Scheinleistung und Leistungsfaktor
Die Wirkleistung ist Teil der Gesamtleistung und hängt vom Leistungsfaktor (cos φ) ab.
- P = Wirkleistung (W)
- S = Scheinleistung (VA)
- cos φ = Leistungsfaktor
Ein Leistungsfaktor von 1,0 bedeutet: → keine Blindleistung, gesamte Leistung wird in Arbeit umgesetzt.
Ein Leistungsfaktor von 0,6–0,9 ist typisch für viele elektronische Geräte.
Warum ist die Wirkleistung so wichtig?
1. Dimensionierung von USV‑Systemen
Die USV muss die Wirkleistung aller angeschlossenen Geräte zuverlässig liefern können.
2. Energieeffizienz
Nur die Wirkleistung wird tatsächlich in nutzbare Energie umgewandelt – sie bestimmt also den realen Energieverbrauch.
3. Kostenberechnung
Stromkosten basieren auf Wattstunden (Wh) bzw. Kilowattstunden (kWh) – also auf der Wirkleistung.
4. Schutz vor Überlastung
Eine USV, die zu wenig Wirkleistung bereitstellt, kann:
- überlasten
- abschalten
- Geräte nicht mehr versorgen
Beispiele aus der Praxis
- Ein Monitor mit 100 W Wirkleistung benötigt 100 W echte Leistung, aber je nach Leistungsfaktor z. B. 130 VA Scheinleistung.
- Ein Server mit 600 W Wirkleistung kann eine USV mit 600 W / 1000 VA benötigen, wenn der Leistungsfaktor 0,6 beträgt.
- LED‑Beleuchtung hat oft einen schlechten Leistungsfaktor → hohe Scheinleistung, aber geringe Wirkleistung.
Im Gegensatz zur Scheinleistung (in VA), die die gesamte von der USV gelieferte Leistung angibt, berücksichtigt die Wirkleistung den Leistungsfaktor, der angibt, wie viel von der gelieferten Energie tatsächlich genutzt wird.
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad beschreibt, wie effizient Energie umgewandelt, gespeichert oder übertragen wird. Er gibt das Verhältnis zwischen nutzbarer Energie und zugeführter Energie an und wird in der Regel als Prozentwert (%) angegeben. Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet, dass nur wenig Energie verloren geht – ein entscheidender Faktor bei Batterien, Ladegeräten und USV‑Systemen.
Wirkungsgrad bei Batterien
Batterien wandeln elektrische Energie in chemische Energie und später wieder zurück. Dabei entstehen Verluste, die den Gesamtwirkungsgrad beeinflussen.
1. Lade‑Wirkungsgrad
Er beschreibt, wie viel der zugeführten Energie tatsächlich in der Batterie gespeichert wird.
Beispiel:
-
Lade‑Wirkungsgrad = 90 % → 10 % gehen als Wärme oder Nebenreaktionen verloren.
2. Entlade‑Wirkungsgrad
Er beschreibt, wie viel der gespeicherten Energie beim Entladen wieder nutzbar ist.
Beispiel:
-
Entlade‑Wirkungsgrad = 95 % → 5 % gehen durch Innenwiderstand und chemische Verluste verloren.
3. Gesamtwirkungsgrad einer Batterie
Er ergibt sich aus der Multiplikation beider Werte:
→ 85,5 % Gesamtwirkungsgrad
Das bedeutet: Von 100 % eingespeister Energie stehen später nur 85,5 % wieder zur Verfügung.
Einflussfaktoren
- Temperatur
- Ladeverfahren
- Batterietyp (Blei‑Säure, Lithium‑Ionen, NiMH etc.)
- Alter und Zustand der Batterie
- Entladestrom und Ladegeschwindigkeit
Wirkungsgrad bei USV‑Anlagen
USV‑Systeme (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) wandeln Energie mehrfach um:
- Netzstrom (AC) →
- Gleichstrom (DC) →
- Batterieladung →
- Wechselstrom (AC) für Verbraucher
Jede Umwandlung verursacht Verluste durch:
- Gleichrichter
- Wechselrichter
- Elektronik im Standby
- Batterieladeverluste
Wirkungsgrad nach USV‑Typ
1. Online‑USV (VFI – Voltage and Frequency Independent)
- arbeitet im Doppelwandler‑Prinzip
- wandelt Strom ständig um
- Wirkungsgrad: ca. 94–97 %
- höchste Schutzklasse, aber höhere Verluste
2. Line‑Interactive‑USV (VI – Voltage Independent)
- wandelt nur bei größeren Netzstörungen
- besitzt AVR‑Regler
- Wirkungsgrad: bis zu 98 %
3. Offline‑USV (VFD – Voltage and Frequency Dependent)
- wandelt nur bei Netzausfall
- einfachste Bauform
- Wirkungsgrad: bis zu 98 %
Warum ist der Wirkungsgrad wichtig?
1. Energieeffizienz
Ein hoher Wirkungsgrad bedeutet geringere Stromkosten und weniger Wärmeentwicklung.
2. Dimensionierung
Bei USV‑Anlagen beeinflusst der Wirkungsgrad die benötigte Batteriekapazität und die Auslegung der gesamten Anlage.
3. Lebensdauer
Weniger Verluste → weniger Wärme → längere Lebensdauer von Elektronik und Batterien.
4. Nachhaltigkeit
Hohe Effizienz reduziert Energieverbrauch und CO₂‑Emissionen.