Batterie-Lexikon / Glossar X & Y & Z

 

Zelle

Eine Batteriezelle ist die kleinste elektrochemische Einheit, die elektrische Energie speichert und abgibt. Jede Zelle besteht aus:

  • einer positiven Elektrode (Kathode)
  • einer negativen Elektrode (Anode)
  • einem Elektrolyten
  • einem Separator
  • einem Gehäuse

Eine einzelne Zelle erzeugt eine Grundspannung, die je nach Batterietyp variiert:

  • Blei‑Säure‑Zelle: ca. 2,0 V
  • Lithium‑Ionen‑Zelle: ca. 3,6–3,7 V
  • NiMH/NiCd‑Zelle: ca. 1,2 V

Zellenverbund

Mehrere Zellen werden zu größeren Einheiten zusammengeschaltet:

  • in Serie → höhere Spannung
  • parallel → höhere Kapazität
  • kombiniert → höhere Spannung und Kapazität

Bezeichnungen für solche Verbunde:

  • Batterieblock
  • Batteriemodul
  • Batteriepack

Beispiel: Ein 12‑V‑Bleiakku besteht aus 6 Zellen à 2 V in Serie.



 

Zentralentgasung

Der Begriff Zentralentgasung beschreibt ein gezieltes Ableitungssystem für Gase, die beim Betrieb von Blei‑Säure‑Batterien entstehen – insbesondere Wasserstoff (H₂) und Sauerstoff (O₂). Diese Gase entstehen vor allem bei:

  • Überladung
  • Gasungsphasen
  • hohen Temperaturen
  • Alterungsprozessen

Zentralentgasung und Batterieraumbelüftung sind eng miteinander verbunden, betreffen aber unterschiedliche Ebenen der Gasabführung.

 

1. Zentralentgasung an der Batterie (batterieinternes System)

Hierbei handelt es sich um ein mechanisches Schlauch‑ und Ventilsystem, das:

  • direkt an den Zellen oder Batterieblöcken angebracht ist
  • entstehende Gase an der Quelle aufnimmt
  • diese über eine Sammelleitung nach außen führt

Ziel ist es, Gasansammlungen im Batterieraum zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen.

Vorteile

  • kontrollierte Gasableitung
  • geringere Explosionsgefahr
  • saubere Installation
  • ideal für geschlossene Batterieräume
 

2. Batterieraumbelüftung (raumtechnisches System)

Die Batterieraumbelüftung ist ein gebäudetechnisches System, das den Luftaustausch im gesamten Batterieraum sicherstellt. Sie dient dazu, die Konzentration von Wasserstoff unterhalb kritischer Grenzwerte zu halten.

Arten der Belüftung

  • natürliche Belüftung – thermischer Auftrieb, Kamineffekt

  • mechanische Belüftung (Zwangsbelüftung) – Ventilatoren, Abluftsysteme

Normen

Die Luftwechselraten und Sicherheitsanforderungen sind u. a. in:

  • DIN EN 50272‑2

  • DGUV‑Regelwerke

definiert.




 

ZSV – Zentrale Sicherheitsstromversorgung

siehe BSV – Besondere Stromversorgung

ZSV‑Anlagen versorgen sicherheitsrelevante Einrichtungen wie:

  • OPs - Operationssäle
  • Sicherheitsbeleuchtung
  • Brandmeldeanlagen
  • Sprachalarmierungsanlagen (SAA/VA)

mit unterbrechungsfreiem Notstrom.



 

zyklenfest / Zyklus

siehe Vollzyklus

Zyklus bezeichnet einen vollständigen Lade‑ und Entladevorgang einer Batterie. Zyklenfest bedeutet, dass eine Batterie besonders viele solcher Zyklen schadlos übersteht – wichtig für:

  • Traktionsbatterien
  • Solarspeicher
  • Lithium‑Systeme
  • mobile Maschinen


 

Zwangsbelüftung

siehe Zentralentgasung

Zwangsbelüftung ist eine mechanische Belüftung mittels Ventilatoren, die den Luftaustausch im Batterieraum sicherstellt. Sie wird eingesetzt, wenn:

  • natürliche Belüftung nicht ausreicht
  • hohe Gasungsraten auftreten
  • große Batteriebänke installiert sind

Zwangsbelüftung ist ein zentraler Bestandteil der Sicherheitsarchitektur von Batterieräumen.