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Arbeitsbühnen
Akkus mit Leistung für Arbeitsbühnen, Hebebühnen, Teleskopbühnen, etc.
Blei-Säure-Batterien sind seit Jahrzehnten das Rückgrat der elektrischen Antriebstechnik in der Industrie. Besonders im Bereich der Hubarbeitsbühnen (MEWPs – Mobile Elevating Work Platforms) sind sie nach wie vor die am häufigsten eingesetzte Energiespeicherlösung. Auch wenn moderne Lithium-Ionen-Technologien aufholen, bleibt die Blei-Säure-Batterie aufgrund ihrer Robustheit, Kosteneffizienz und einfachen Handhabung der Standard.
In dieser detaillierten Betrachtung untersuchen wir die Funktionsweise, die spezifischen Anforderungen beim Einsatz in Arbeitsbühnen sowie die Wartung und wirtschaftliche Bedeutung dieser Technologie.
Die Blei-Säure-Batterie ist eine der ältesten Formen des wiederaufladbaren Akkumulators. Ihre Chemie basiert auf der Reaktion von Bleidioxid () an der positiven Elektreode und schwammigem Blei () an der negativen Elektrode in einem Elektrolyten aus verdünnter Schwefelsäure ().
Warum sie ideal für Arbeitsbühnen sind:
- Gegengewicht: Arbeitsbühnen (besonders Scherenbühnen) benötigen Stabilität. Das hohe Eigengewicht der Bleibatterien fungiert oft als Teil des notwendigen Ballasts, um das Kippmoment der ausgefahrenen Bühne auszugleichen.
- Kosteneffizienz: In der Anschaffung sind sie deutlich günstiger als Lithium-Systeme.
- Robustheit: Sie halten harten Baustellenbedingungen und extremen Temperaturen stand.
Nicht jede Blei-Säure-Batterie ist gleich. In Arbeitsbühnen kommen vor allem zwei Bauarten zum Einsatz:
Nassbatterien (Flüssigelektrolyt)
Dies ist der Klassiker. Die Platten stehen in flüssiger Schwefelsäure.
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Vorteil: Langlebig bei guter Pflege, kostengünstig.
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Nachteil: Wartungsintensiv (Destilliertes Wasser nachfüllen), Gasung beim Laden (Knallgasgefahr), nur aufrecht betreibbar.
AGM- und Gel-Batterien (VRLA)
Diese sind ventilgesteuert (Valve Regulated Lead Acid) und wartungsfrei.
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Vorteil: Kein Nachfüllen von Wasser nötig, lageunabhängig, geringere Selbstentladung.
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Nachteil: Teurer und empfindlicher gegenüber Überladung oder Tiefentladung.
Der typische Arbeitstag einer elektrischen Scherenbühne oder eines Mastlifts sieht wie folgt aus:
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Entladungsphase: Tagsüber wird die Bühne verfahren und angehoben. Blei-Säure-Batterien in diesem Bereich sind als Traktionsbatterien (Deep Cycle) ausgelegt. Im Gegensatz zu Autobatterien geben sie über lange Zeit konstant Strom ab und vertragen tiefere Entladungen.
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Ruhephase: Zwischen den Einsätzen.
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Ladephase: Über Nacht wird die Batterie geladen. Hierbei ist die Einhaltung der korrekten Kennlinie (meist IUoU) entscheidend, um die Lebensdauer zu maximieren.
Die Lebensdauer einer Batterie in einer Arbeitsbühne wird nicht in Jahren, sondern in Ladezyklen gemessen (typischerweise 500 bis 1.200 Zyklen). Um diese zu erreichen, ist konsequente Wartung unerlässlich:
Wasser nachfüllen
Bei Nassbatterien verdampft während des Ladeprozesses Wasser (Elektrolyse).
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Regel: Nur nach dem Laden destilliertes Wasser nachfüllen (außer die Platten liegen trocken).
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Systeme: Viele moderne Flotten nutzen automatische Befüllsysteme (Aquamatik), die Zeit sparen und Überlaufen verhindern.
Staub und Feuchtigkeit auf der Batterieoberfläche können Kriechströme verursachen. Diese entladen die Batterie schleichend und können Korrosion an den Polen fördern. Eine saubere, trockene Batterie ist eine sichere Batterie.
Zwischenladen vermeiden
Blei-Säure-Batterien mögen kein "Opportunity Charging" (kurzes Zwischenladen in der Mittagspause). Jeder Ladevorgang zählt als chemischer Stressmoment. Wer zu oft kurz lädt, verkürzt die Lebensdauer massiv.
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Hinweis:
Technische Anlagen / Anwendungen haben unterschiedliche Anforderungen. Bei der Wahl einer Batterie / eines Akkus ist letztlich durch den Anwender /Installateur zu prüfen, ob alle technischen Voraussetzungen und Anforderungen erfüllt sind.
Häufige Fragen zum Einsatz von Blei-Säure-Batterien in Arbeitsbühnen oder Hebebühnen
Um die Lebensdauer der Batterie nicht massiv zu verkürzen, sollten Sie die Batterie nie unter 20 % ihrer Kapazität entladen (Stichwort: Tiefentladung). Moderne Arbeitsbühnen schalten bei diesem Schwellenwert oft automatisch die Hubfunktion ab, um die Batterie zu schützen. Ein ständiges Fahren im roten Bereich führt zu irreversiblen chemischen Schäden.
Destilliertes Wasser darf grundsätzlich nur nach dem Ladevorgang nachgefüllt werden (außer die Platten liegen völlig trocken). Während des Ladens dehnt sich der Elektrolyt aus. Würden Sie vorher auffüllen, könnte die Säure während des Ladens überlaufen und das Gehäuse sowie die Elektronik der Bühne beschädigen.
Beim Ladevorgang entsteht durch die Elektrolyse ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff – das sogenannte Knallgas. Wichtig: Laden Sie die Arbeitsbühne nur in gut belüfteten Räumen oder im Freien. Sicherheit: Halten Sie Funkenquellen und offenes Feuer fern und lassen Sie die Batteriehaube der Bühne (falls vorhanden) während des Ladens leicht geöffnet.
Blei-Säure-Batterien sind chemische Speicher, deren Aktivität bei niedrigen Temperaturen sinkt. Bei 0 °C steht oft nur noch etwa 70-80 % der Nennkapazität zur Verfügung. Das bedeutet für den Einsatz: Im Winter verkürzen sich die Betriebszeiten der Bühne deutlich, und die Batterien sollten nach dem Einsatz sofort in einer frostfreien Umgebung geladen werden.
- Alterung: Dies ist der häufigste Grund. Mit der Zeit nimmt die Kapazität der Batterie auf natürliche Weise ab.
- Hohe Umgebungstemperatur: Jede Erhöhung der Temperatur über 20°C beschleunigt die chemischen Alterungsprozesse in der Batterie und verkürzt ihre Lebensdauer erheblich.
- Tiefentladung: Eine längere Entladung, z. B. bei einem ausgedehnten Stromausfall, kann die Batterie schädigen.
- Fehlerhafte Laderegelung: Ein defektes Ladegerät in der Alarmzentrale kann die Batterie über- oder unterladen, was ebenfalls zu einem vorzeitigen Ausfall führt.
Ja. Als ventilregulierte Bleibatterien sind sie vollständig wartungsfrei. Ihre verschlossene Bauweise sorgt dafür, dass kein Wasser nachgefüllt werden muss, da die Gase, die während der Ladung entstehen, intern wieder rekombiniert werden. Insofern bezieht sich wartungsfrei auf diesen Aspekt, nicht aber auf eine turnusmäßige Kontrolle der Batterien.