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Glossar L
Batterie-Lexikon / Glossar L
Ladeerhaltung / Ladeerhaltungsspannung
Ladeerhaltung (auch Erhaltungsladung oder Float‑Ladung) bezeichnet das kontinuierliche Nachladen einer vollständig geladenen Batterie mit einem sehr geringen Strom. Ziel ist es, die Selbstentladung auszugleichen und die Batterie dauerhaft im vollgeladenen Zustand zu halten, ohne sie zu überladen.
Warum ist Ladeerhaltung notwendig?
Alle Batterien entladen sich auch im Ruhezustand – abhängig von Technologie, Temperatur und Alter. Die Ladeerhaltung verhindert:
- Kapazitätsverlust durch Selbstentladung
- Sulfatierung (bei Bleiakkus)
- Tiefentladung bei langen Standzeiten
- Leistungsverlust im Bereitschaftsbetrieb
Typische Einsatzbereiche:
- USV‑Anlagen
- Sicherheitsbeleuchtung
- Alarmanlagen
- Telekommunikation
- stationäre Energiespeicher
Ladeerhaltungsspannung
Die Ladeerhaltungsspannung ist die konstante Spannung, die ein Ladegerät anlegt, um die Batterie im vollgeladenen Zustand zu halten.
Typische Werte bei Bleiakkus:
- 2,25–2,30 V/Zelle
- 13,5–13,8 V bei einer 12‑V‑Batterie
Die Spannung ist temperaturkompensiert, da zu hohe Spannungen Gasung verursachen und zu niedrige Spannungen Sulfatierung begünstigen.
Ladekennlinie
Eine Ladekennlinie beschreibt den zeitlichen Verlauf von Ladestrom (I) und Ladespannung (U) während des Ladevorgangs. Sie ist die Grundlage für die Funktionsweise eines Ladegeräts.
Bekannte Ladekennlinien:
- I‑Kennlinie (Konstantstrom)
- U‑Kennlinie (Konstantspannung)
- IU‑Kennlinie (Kombination aus I und U)
- IUoU‑Kennlinie (mehrstufig, besonders schonend)
Die Wahl der Ladekennlinie hängt ab von:
- Batterietyp (Nass, AGM, Gel, Lithium)
- Anwendung (zyklisch, Pufferbetrieb)
- gewünschter Lebensdauer
Ladeschlussspannung
Die Ladeschlussspannung ist die maximal zulässige Spannung, die eine Batterie während des Ladevorgangs erreichen darf. Wird sie überschritten, drohen:
- Gasung
- Überladung
- Temperaturanstieg
- verkürzte Lebensdauer
Typische Werte für Blei‑Säure‑Batterien:
- 2,40–2,45 V/Zelle
- 14,4–14,7 V bei einer 12‑V‑Batterie
Die genaue Ladeschlussspannung hängt ab von:
- Batterietyp (Nass, AGM, Gel)
- Temperatur
- Gitterlegierung
- Ladeverfahren
Siehe auch: Erhaltungsladung
Lebensdauer einer Batterie
Siehe: Batteriealterung und Design Life
Die Lebensdauer beschreibt, wie lange eine Batterie unter realen Bedingungen nutzbar bleibt, bevor ihre Kapazität unter einen definierten Grenzwert fällt.
Landesbauordnungen zur Sicherheitsbeleuchtung
Die Landesbauordnungen (LBO) der deutschen Bundesländer legen fest, wann und wo Sicherheitsbeleuchtung vorgeschrieben ist. Grundlage ist die Musterbauordnung (MBO), die fordert, dass bauliche Anlagen so errichtet und betrieben werden müssen, dass Leben und Gesundheit nicht gefährdet werden.
Gebäudetypen mit Pflicht zur Sicherheitsbeleuchtung
- Versammlungsstätten
- Verkaufsstätten
- Beherbergungsstätten
- Krankenhäuser
- Schulen
- Hochhäuser
- Garagen
- Rettungswege (Flure, Treppenräume, Ausgänge)
Technische Umsetzung nach Normen
- DIN EN 1838 – lichttechnische Anforderungen
- DIN EN 50172 – Betrieb und Wartung
- DIN VDE 0108‑100‑1 – Planung und Ausführung
Weitere Vorgaben können enthalten sein in:
- Brandschutzkonzepten
- Baugenehmigungen
- Flucht‑ und Rettungswegplänen
Leerlaufspannung
Siehe: Ruhespannung
Die Leerlaufspannung ist die Spannung einer Batterie im unbelasteten Zustand nach einer Ruhephase.
LiFePO₄ – Lithium‑Eisenphosphat
LiFePO₄‑Akkus sind Lithium‑Ionen‑Akkus mit Lithium‑Eisenphosphat als Kathodenmaterial. Sie gelten als besonders sicher, langlebig und thermisch stabil.
Vorteile von LiFePO₄‑Akkus
- hohe Sicherheit (kein thermisches Durchgehen)
- lange Lebensdauer (2000–5000 Zyklen und mehr)
- hohe Temperaturstabilität
- geringes Gewicht
- hohe Lade‑/Entladeströme möglich
- wartungsfrei
Typische Einsatzbereiche
- stationäre Energiespeicher
- Wohnmobile und Boote
- Elektrofahrzeuge
- Freizeit‑ und Off‑Grid‑Anwendungen
- Solarspeicher
LiFePO₄ ist heute eine der beliebtesten Lithium‑Technologien für sichere und langlebige Energiespeicher.
Vergleichstabelle: LiFePO₄ vs. Li-Ion
| Merkmal | Lithium-Ionen (Li-Ion) | Lithium-Eisenphosphat (LiFePO₄ ) |
|---|---|---|
| Chemie | z. B. LiCoO₂, NMC, LMO | LiFePO₄ |
| Nennspannung/Zelle | 3.6 – 3.7 V | 3.2 – 3.3 V |
| Energiedichte | Hoch (bis 250 Wh/kg) | Mittel (90–160 Wh/kg) |
| Zyklenlebensdauer | 500 – 1.500 Zyklen | 2.000 – 7.000 Zyklen |
| Temperaturbeständigkeit | Mittel | Sehr hoch (–20 °C bis +60 °C) |
| Sicherheitsrisiko | Höher Brandgefahr bei Defekt | Sehr gering kein thermisches Durchgehen) |
| Kosten | Günstiger in der Anschaffung | Höher, aber langlebiger |
| Selbstentladung | 3–5 %/Monat | < 3 %/Monat |
| Typische Anwendungen | Smartphones, Laptops, E-Autos | PV-Speicher, Solarspeicher, Wohnmobile, USV, E-Boote |
Li‑Ion‑Akkus (Lithium‑Ionen‑Akkumulatoren)
Lithium‑Ionen‑Akkus sind wiederaufladbare Batterien aus der Familie der Lithium‑Technologien. Sie gehören heute zu den weltweit wichtigsten Energiespeichern und werden in unzähligen mobilen und stationären Anwendungen eingesetzt – von Smartphones über Laptops bis hin zu Elektrofahrzeugen und industriellen Speichersystemen.
Ihr wesentliches Merkmal ist die hohe Energiedichte, also die Fähigkeit, viel Energie auf kleinem Raum und bei geringem Gewicht zu speichern. Dadurch haben Li‑Ion‑Akkus viele ältere Technologien wie NiCd, NiMH oder klassische Bleiakkus in vielen Bereichen abgelöst.
Aufbau und Funktionsweise
Ein Li‑Ion‑Akku besteht aus:
- Anode (meist Graphit)
- Kathode (je nach Typ unterschiedliche Lithium‑Metalloxide)
- Separator (mikroporöse Membran)
- Elektrolyt (organische Lithiumsalz‑Lösung)
- Gehäuse und Sicherheitsmechanismen
Beim Laden wandern Lithium‑Ionen von der Kathode zur Anode und lagern sich dort ein. Beim Entladen bewegen sie sich zurück zur Kathode und erzeugen dabei elektrischen Strom.
Verschiedene Kathodenmaterialien
Li‑Ion‑Akkus sind keine einheitliche Technologie, sondern eine Familie verschiedener Zellchemien. Die wichtigsten sind:
1. Lithium‑Cobaltoxid (LiCoO₂ – LCO)
- sehr hohe Energiedichte
- häufig in Smartphones, Tablets, Laptops
- empfindlicher gegenüber Überlast und Hitze
2. Lithium‑Nickel‑Mangan‑Cobalt (NMC)
- ausgewogenes Verhältnis aus Energiedichte, Leistung und Lebensdauer
- weit verbreitet in Elektrofahrzeugen
- gute Temperaturstabilität
3. Lithium‑Manganoxid (LMO)
- hohe Leistungsabgabe
- gute Sicherheit
- Einsatz in Elektrowerkzeugen, E‑Bikes, Hybridfahrzeugen
Weitere Varianten (zur Einordnung):
- NCA (Nickel‑Cobalt‑Aluminium) – sehr hohe Energiedichte, z. B. in E‑Autos
- LiFePO₄ (LFP) – besonders sicher und langlebig (eigener Glossareintrag)
Vorteile von Li‑Ion‑Akkus
- hohe Energiedichte → lange Laufzeiten bei geringem Gewicht
- geringe Selbstentladung
- keine Memory‑Effekte
- hohe Ladeeffizienz
- lange Lebensdauer (je nach Typ 500–3000 Zyklen)
- schnellladefähig
- breites Einsatzspektrum
Nachteile und Herausforderungen
- empfindlich gegenüber Überladung, Tiefentladung und Hitze
- benötigen ein BMS (Batteriemanagementsystem)
- Alterung durch hohe Temperaturen oder hohe Ladezustände
- teurer als Blei‑ oder NiMH‑Akkus
- Brandgefahr bei mechanischer Beschädigung oder Fehlbehandlung
Typische Einsatzbereiche
Li‑Ion‑Akkus sind heute Standard in:
- Smartphones, Tablets, Laptops
- E‑Bikes und Elektrowerkzeugen
- Elektrofahrzeugen (BEV, PHEV)
- Powerbanks und mobilen Energiespeichern
- stationären Batteriespeichern (PV‑Speicher)
- medizinischen Geräten
- Drohnen und Robotik
Warum sind Li‑Ion‑Akkus so weit verbreitet?
Ihre Kombination aus:
- hoher Energiedichte
- geringem Gewicht
- guter Leistungsabgabe
- langer Lebensdauer
- schneller Ladefähigkeit
macht sie zur bevorzugten Technologie für moderne mobile und stationäre Energiespeicher.
Vergleichstabelle: Li-Ion vs. LiFePO₄
| Merkmal | Lithium-Ionen (Li-Ion) | Lithium-Eisenphosphat (LiFePO₄ ) |
|---|---|---|
| Chemie | z. B. LiCoO₂, NMC, LMO | LiFePO₄ |
| Nennspannung/Zelle | 3.6 – 3.7 V | 3.2 – 3.3 V |
| Energiedichte | Hoch (bis 250 Wh/kg) | Mittel (90–160 Wh/kg) |
| Zyklenlebensdauer | 500 – 1.500 Zyklen | 2.000 – 7.000 Zyklen |
| Temperaturbeständigkeit | Mittel | Sehr hoch (–20 °C bis +60 °C) |
| Sicherheitsrisiko | Höher Brandgefahr bei Defekt | Sehr gering kein thermisches Durchgehen) |
| Kosten | Günstiger in der Anschaffung | Höher, aber langlebiger |
| Selbstentladung | 3–5 %/Monat | < 3 %/Monat |
| Typische Anwendungen | Smartphones, Laptops, E-Autos | PV-Speicher, Solarspeicher, Wohnmobile, USV, E-Boote |
LM – Low Maintenance
LM steht für Low Maintenance („wartungsarm“) und ist ein Kürzel, das insbesondere bei FIAMM‑Produkten wie OPzS‑Zellen verwendet wird. Es beschreibt Batterien, die zwar nicht völlig wartungsfrei sind, aber deutlich reduzierte Wartungsanforderungen besitzen.
Merkmale von LM‑Batterien
- Geringer Wasserverbrauch Durch optimierte Legierungen (z. B. Antimon‑reduziert) wird die Gasung reduziert, wodurch weniger Wasser nachgefüllt werden muss.
- Lange Nachfüllintervalle Je nach Einsatzbedingungen können Nachfüllintervalle von 1–3 Jahren erreicht werden.
- Hohe Lebensdauer OPzS‑Zellen mit LM‑Kennzeichnung sind für lange Standzeiten und hohe Zyklenfestigkeit ausgelegt.
- Robuste Bauweise Röhrchenplatten‑Technologie (Panzerplatten) sorgt für hohe mechanische Stabilität und lange Lebensdauer.
Typische Einsatzbereiche
- Sicherheitsbeleuchtung
- USV‑Anlagen
- Energieversorgungsanlagen
- Industrie‑ und Infrastrukturprojekte
- Telekommunikation
LM‑Batterien sind ideal für Anwendungen, bei denen hohe Zuverlässigkeit und geringer Wartungsaufwand entscheidend sind.
LPS – Low Power Supply System
In der Sicherheitsbeleuchtung steht LPS für ein dezentrales Sicherheitsstromgerät mit eigener Batterie. Es versorgt ausschließlich die Sicherheits‑ und Rettungswegeleuchten innerhalb eines definierten Brandabschnitts.
LPS‑Systeme sind eine Alternative zu zentralen Stromversorgungssystemen (CPS) und werden besonders in Gebäuden eingesetzt, in denen eine zentrale Lösung nicht möglich oder nicht wirtschaftlich ist.
Charakteristische Merkmale eines LPS‑Systems
1. Leistungsbegrenzung gemäß DIN EN 50171
Ein LPS‑System darf maximal leisten:
- 1.500 W für 1 Stunde oder
- 500 W für 3 Stunden
Diese Begrenzung definiert den Einsatzbereich und verhindert Überdimensionierung.
2. Dezentrale Installation
- Das LPS wird innerhalb eines Brandabschnitts installiert.
- Es versorgt nur die Leuchten in diesem Abschnitt.
- Dadurch entfällt die Pflicht für E30‑Kabel (Funktionserhalt), da keine brandabschnittsübergreifenden Leitungen notwendig sind.
3. Fernüberwachung
Moderne LPS‑Systeme bieten:
- TCP/IP‑Überwachung
- Diagnosefunktionen
- Protokollierung von Tests
- Überwachung der wartungsarmen Batterien
- Integration in Gebäudeleittechnik
Vorteile eines LPS‑Systems
- Geringere Installationskosten Keine Funktionserhalt‑Kabel notwendig.
- Hohe Flexibilität Ideal für Nachrüstungen oder dezentrale Gebäudestrukturen.
- Einfache Wartung Jede Einheit ist unabhängig und leicht zugänglich.
- Normkonformität Erfüllt die Anforderungen der DIN EN 50171 für Sicherheitsstromversorgungen.
Typische Einsatzbereiche
- kleinere und mittelgroße Gebäude
- Gebäudeteile mit getrennten Brandabschnitten
- Nachrüstungen in Bestandsgebäuden
- Bereiche, in denen eine zentrale Anlage (CPS) nicht sinnvoll ist
Gegenüberstellung CPS - LPS - Einzelbatterieleuchte:
| CPS (Central Power Supply) | LPS (Low Power Supply) | Einzelbatterieleuchte | |
|---|---|---|---|
| Stromversorgung | Zentrale Batterieanlage | Dezentrale Batterieeinheit im Brandabschnitt | Akku in jeder Leuchte integriert |
| Kabelanforderungen | Feuerbeständige Verkabelung (z. B. E30/E90) | Keine Funktionserhalt-Verkabelung nötig | Keine besonderen Anforderungen |
| Funktionserhalt im Brandfall | Leitungen und Verteilungen mit Funktionserhalt | Begrenzter Bereich, lokal gesichert | Nur innerhalb der einzelnen Leuchte |
| Überwachung / Wartung | Zentral, komfortabel | Fernwartbar, zentralisiert möglich | Vor Ort, teilweise mit Autotest |
| Typische Einsatzorte | Große Gebäude (z.B. Kliniken, Flughäfen) | Schulen, Pflegeeinrichtungen, Bürogebäude | Kleine Gebäude, Nachrüstungen, Wohnungen |
| Maximale Leistung | Je nach System beliebig erweiterbar | Max. 1.500 W (1 h) oder 500 W (3 h) | Beschränkt auf Einzelleuchte |
| Installation | Aufwendig, hohe Planungstiefe | Mittlerer Aufwand | Einfach, plug-and-play |
| Normen und Richtlinien ergänzend zur Baugenehmigung, BrandschutzkonzeptLeitungskonzept MLAR LBO | DIN EN 50171 (VDE 0558-508): Zentrales Stromversorgungssystem für Sicherheitszwecke. DIN EN 50172 (VDE 0108-100): Sicherheitsbeleuchtungsanlagen. DIN EN 1838: Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung. DIN VDE 0100-560: Errichten von Niederspannungsanlagen – Einrichtungen für Sicherheitszwecke. DIN EN IEC 62485-2: Sicherheitsanforderungen an Sekundär-Batterien und Batterieanlagen – Teil 2: Stationäre Batterien. | DIN EN 50171 (VDE 0558-508): Zentrales Stromversorgungssystem für Sicherheitszwecke. DIN EN 50172 (VDE 0108-100): Sicherheitsbeleuchtungsanlagen. DIN EN 1838: Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung. DIN VDE 0100-560: Errichten von Niederspannungsanlagen – Einrichtungen für Sicherheitszwecke. DIN EN IEC 62485-2: Sicherheitsanforderungen an Sekundär-Batterien und Batterieanlagen – Teil 2: Stationäre Batterien. | DIN EN 60598-2-22: Leuchten – Besondere Anforderungen Leuchten für Notbeleuchtung. DIN EN 50172 (VDE 0108-100): Sicherheitsbeleuchtungsanlagen. DIN EN 1838: Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung. DIN EN 62034: Automatische Prüfsysteme für batteriebetriebene Sicherheitsbeleuchtung für Sicherheitszwecke. |
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